Dein # 1 Tinnitus Ratgeber

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Rund um den lästigen Lärm im Ohr

Ohrgeräusche nur bei Omas?

Alarm im Ohr – Teenager mit Tinnitus

“Mama, ich hab die Ohren voll!”

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Marie ist 16, eine gute Schülerin mit einem großen Freundeskreis. Sie kann nicht mehr genau sagen, wann es begann, aber eines Nachts war das unangenehme Pfeifen im Ohr unüberhörbar da. Schlafen? Fehlanzeige! Am nächsten Morgen ist sie total gerädert. Da die Ohrgeräusche in den kommenden Tagen nicht verschwinden und ihre Konzentration in der Schule beeinträchtigen, geht Marie mit ihrer Mutter zu einem HNO-Arzt. Der diagnostiziert: Tinnitus!

In der Tat haben Kinder ab 14 Jahren ein genauso hohes Risiko wie Erwachsene, an Tinnitus zu erkranken. In einigen Fällen ist das Pfeifen, Knacken oder Rauschen im Ohr vorübergehend – zum Beispiel, wenn ein Ohrenschmalzpfropf oder eine Mittelohrentzündung die Auslöser sind. In anderen Fällen reagieren die Ohren auf zu hohe Lärmbelastung, beispielsweise beim Feiern in der Disko. Nicht zuletzt können schulischer und privater Stress – insbesondere bei empfindsameren Jugendlichen – mitverantwortlich für Tinnitus sein.

STADTLÄRM – JENSEITS DER STILLE

Laute Billigbutze, ruhige Stadtvilla

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Du wohnst an einer Schnellstraße? Achtung! Bereits ab einem Tagesmittelwert von 65 dB steigt das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Schlafstörungen und Herz-Kreislauferkrankungen. Das liegt daran, dass der Körper dann vermehrt Stresshormone ausschüttet.

Dabei handelt es sich um eine autonome Stressreaktion – das heißt, sie läuft überraschenderweise auch dann ab, wenn wir glauben, wir hätten uns an den Lärmpegel gewöhnt!

Auch bei Tinnitus muss es nicht unbedingt den einen extralauten Auslöser wie den Knall eines Silvesterböllers oder einen Abend in der Disco geben. Stattdessen können die lästigen Ohrgeräusche ebenso Folge von andauernder Lärmbelastung sein.

Doch häufig sind Wohnungen in ruhigen, grünen Bezirken deutlich teurer als solche, die in der Mietskaserne an der lauten Straße liegen. Daher kann es sich auch für Tinnitus-Patienten lohnen, in ländlichere Gegenden vor den Toren der Stadt auszuweichen. Ein weiterer Vorteil: Hier ist auch die Luft in der Regel deutlich besser.

Experteninterview mit Prof. Dr. Lenarz

„Niemand muss heute mit Tinnitus Leben!”

Leben mit Tinnitus

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Wie sollten wir uns am besten verhalten, wenn die Ohren klingeln, piepen und rauschen? Können bestimmte Hausmittel helfen – und wie gefährlich ist eigentlich die moderne Unterhaltungsindustrie für die Entstehung von Tinnitus? Wir fragen bei den Profis nach und sprechen mit Prof. Prof. h. c. Dr. med. Thomas Lenarz, Klinikdirektor der Hals-Nasen-Ohrenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover.

Herr Prof. Prof. Dr. Lenarz, wenn Sie einmal auf die letzten Jahre zurückblicken: Wie entwickeln sich die Patientenzahlen bei Tinnitus? Sind zum Beispiel Jugendliche vermehrt von Tinnitus betroffen?

„Unserer Kenntnis nach sind die Zahlen der Neu-Betroffenen nicht gestiegen. Von einer Tinnitus-Epidemie oder Ähnlichem kann nicht die Rede sein – weder unter Teenagern noch unter Erwachsenen.“

Welche neuen, modernen Auslöser sollte man heutzutage bei Tinnitus mitbedenken? Viele von uns hängen beispielsweise permanent am Smartphone, nutzen dabei häufig In-Ear-Headphones…

„Keine Sorge, es ist unwahrscheinlich, dass die normale Nutzung der modernen Unterhaltungsindustrie direkt einen Tinnitus verursacht. Um die Innenohr-Haarzellen zu verletzen, bedarf es eines ausgesprochen lauten Lautstärkepegels über eine längere Zeit hinweg.“

Ein bisschen Ohrgeräusche hat fast jeder hin und wieder. Sollte man bei Tinnitus denn überhaupt von einer Erkrankung sprechen? Oder ist es eher wie bei einem Burnout, das man beispielsweise im Vergleich zu einer Depression auch nicht als Krankheit bezeichnet?

„Nein, Tinnitus ist in der Tat eine Erkrankung! Das sollte man auf keinen Fall herunterspielen, denn das führt die Patienten auf den falschen Weg. Es gibt zunächst viele Möglichkeiten einer Innenohrverletzung. Diese müssen im ersten Schritt alle ausgeschlossen werden. Dann können wir gegebenenfalls eine Tinnituserkrankung diagnostizieren und mit adäquaten Therapieansätzen beginnen.“

Ist es denn tatsächlich so, dass man bei Tinnitus-Verdacht auf jeden Fall sofort zum Arzt muss?

„Ja, unbedingt! Der Betroffene sollte sofort zum HNO-Arzt gehen. Die besten Chancen bestehen, wenn wir so frühzeitig wie möglich mit einer Therapie beginnen können.“

Es gibt, wenn man dem Internet glaubt, eine ganze Menge Hausmittel, die angeblich bei Tinnitus helfen: Magnesium, Vitamine, Apfelessig, Kurkuma – nur um mal ein paar zu nennen. Alles Humbug – oder gibt es tatsächlich einfache Mittel, die bei Tinnitus eine lindernde Wirkung haben können?

„Hausmittel helfen in aller Regel überhaupt nicht. Eine Ausnahme sind Mittel und Möglichkeiten zur Entspannung der Muskulatur der Halswirbelsäule. Denn auch Muskelverspannungen an der Halswirbelsäule können Ohrgeräusche verursachen oder ein bestehendes Leiden verstärken.“

Wie sieht eine moderne ärztliche Tinnitus-Therapie aus? Was hat sich im Vergleich zu früheren Ansätzen verändert?

„Man kann sagen, im Vergleich zu früher hat sich vor allem die Diagnostik deutlich verbessert. Das heißt, wir können recht schnell und mit hoher Gewissheit einen Tinnitus erkennen und andere Erkrankungen ausschließen. Einen bis zu vier Wochen bestehenden Tinnitus behandeln wir in der Regel mit einer medikamentösen Therapie, zum Beispiel durch die Gabe von Kortison. Besteht der Tinnitus mehr als drei Monate, erzielen wir mit der kompensierenden Tinnitus-Retraining-Therapie sehr gute Erfolge.

Was kann man sich denn darunter vorstellen? Eine Art Psychotherapie?

„Es ist wesentlich mehr als das. Retraining bedeutet so viel wie ‚zurücktrainieren‘. Tinnitus-Patienten lernen dabei mit individuell unterschiedlichen Methoden, die Ohrgeräusche nicht mehr als störend wahrzunehmen. Dabei werden auch ganz gezielt Geräusche eingesetzt – zum Beispiel ein sogenannter Tinnitus-Noiser. Das ist ein kleines Tool, ähnlich wie ein Hörgerät, das am Ohr getragen wird und ein für den Patienten angenehmes Rauschen erzeugt. Für viele Betroffene ist nichts schlimmer als Stille – da konzentriert man sich nämlich erst so richtig auf den Tinnitus! Das Ziel der Retraining-Therapie ist, dass der Tinnitus nicht mehr bewusst wahrgenommen wird. Dafür arbeiten HNO-Ärzte, Psychotherapeuten und Hörgeräteakustiker Hand in Hand.”

Welche Fehlannahmen zum Tinnitus begegnen Ihnen am häufigsten?

„Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass es sich um ein nervliches Leiden handelt und dass die Patienten damit leben müssen. In rund 70 Prozent aller Fälle verschwindet der Tinnitus nach spätestens zwei Monaten, und auch danach versprechen moderne Therapiemodelle wie das Tinnitus-Retraining noch eine wesentliche Linderung des Leidens.“

Was war Ihr ungewöhnlichster Fall?

„Einen ‚ungewöhnlichen‘ oder ‚schwierigen‘ Tinnitus-Patienten gibt es meines Erachtens nicht. Tinnitus ist eine höchst individuelle Erkrankung. Dem muss man als Arzt unbedingt Rechnung tragen. Einfühlungsvermögen und Wertschätzung sind daher im Umgang mit den Patienten essenziell.“

Podcast

der Novitas BKK

Stressbewältigung

Stressige Situationen bewältigen:

So geht’s:

Downloads

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Bassbox oder ein Windhauch?

Gib mal Laut! – Die kleine Dezibel-Fibel

Hörschaden – Wann ist laut zu laut?

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Ohrenbetäubend oder flüsterleise? Lautstärke bestimmen wir durch die Messung des Schalldruckpegels. Dabei handelt es sich um die Intensität der Luftschwingungen, die auf das Trommelfell treffen und später im Gehirn als Geräusche oder Töne interpretiert werden. 0 Dezibel ist das leiseste für Menschen hörbare Geräusch, bei 120 dB liegt unsere Schmerzgrenze. Hörschäden sind dennoch nicht erst bei diesem Wert, sondern bereits ab einem dauerhaften Wert von 65 dB möglich!

Schon gewusst? Lautstärkemessung ist nicht linear: Subjektiv empfinden wir nicht 100, sondern schon 60 dB als doppelt so laut wie 50 dB!

  • 10 dB: Lüftergeräusch am PC, Atmen
  • 20 dB: Ticken einer Armbanduhr
  • 40 dB: Flüstern, leise Musik
  • 50 dB: Summen eines Kühlschranks
  • 60 dB: normales Gespräch, TV auf Zimmerlautstärke
  • 70 dB: normaler Straßenverkehr, Staubsauger
  • 80 dB: Klavierspiel
  • 90 dB: Kammerkonzert, Türknallen
  • 100 dB: Rockkonzert, Diskothek, Motorsäge
  • 120 dB: Kreissäge, Presslufthammer, Düsenflugzeug
  • 160 dB: Silvesterböller, Ohrfeige aufs Ohr
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Dies ist ein Service der Novitas BKK – Die Fürsorgliche Krankenkasse.