Du hast den Kopf voll mit allen möglichen Dingen und dann kommen auch noch wir und wollen deine Aufmerksamkeit? Richtig! Weil es so verdammt wichtig ist!!

Seelische Gesundheit – deine, meine, unsere

Zu den Aktionswochen rund um seelische Gesundheit wollen wir hier keine großen Statistken bemühen oder dich mit wissenschaftlichen Abhandlungen langweilen. Nein, denn es geht um dich und um die Menschen um dich herum:

Vielleicht ist da nämlich jemand, dem es nicht gut geht, aber irgendwie bekommst du nicht die Kurve ihn darauf anzusprechen. Oder dir geht es schlecht und du magst keinen um Hilfe bitten. Und darum wünschen wir uns einfach nur das von Euch:

Achtet aufeinander – redet miteinander!

Klingt schwierig. Und ist es manchmal auch. Aber Offenheit und Zugewandtheit kann immer öfter einfach der kleine Schlüssel sein, der fehlt…

 

Kennt fast jeder

Stop - Triggerwarnung!

Triggerwarnung

Im folgenden Textbeitrag geht es um das Thema Depression. Wenn du dich in einer akuten Krise befindest, kontaktiere bitte deine Hausarztpraxis oder hole dir anderweitig Hilfe.

Spielst du eine Runde Bingo mit uns?

Bullshit- oder Mutmachbingo?

Welches, ist ganz dir überlassen.

Aber wir wetten, du erkennst dich dort irgendwo wieder, oder?

Fragezeichen
Fragezeichen

Bei Dir ist alles gut?

ICH GLAUBE DIR KEIN WORT!

“Und, wie geht`s dir so?” Klingt nach einer einfachen Frage, aber kannst du sie so einfach beantworten? Sicher: die häufigste und leichteste Antwort lautet meist: “Gut!”; auch wenn es gar nicht stimmt.

Aber warum antworten so viele Leute eigentlich nicht ehrlich, wenn sie danach gefragt werden, wie es ihnen geht? Wir haben mal nachgefragt:

KLARE SIGNALE HELFEN:

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ZWEI IM GESPRÄCH

Gefühlt kennt jeder jemanden, der psychische Probleme hat, oder  schon mal hatte.  Aber wirklich darüber reden, das tun wir nicht gerne. Wenn wir also nicht darüber reden, können wir uns dann einen Film dazu angucken? Und dann auch noch eine Komödie?  Wir sagen: ja!

Ein Mülheimer Filmemacher bricht das Tabu:

„Jeder von uns kennt Personen, die an Depressionen leiden, doch oft wissen wir es nicht, da kaum eine andere Krankheit so wenig in der Öffentlichkeit thematisiert wird.“
In seinem Debüt „Pottkinder – Ein Heimatfilm“ gibt Alexander Waldhelm der Volkskrankheit ein Gesicht.

Alexander Waldhelm

Der gebürtige Oberhausener studierte Medienwissenschaften und Germanistik an der Ruhr-Universität in Bochum und war nach seinem Abschluss als Journalist und Redakteur tätig. Schließlich schrieb er das Drehbuch zu „Pottkinder – ein Heimatfilm“ und trat bei der Realisation zudem als Regisseur und Produzent in Erscheinung. Am 3. November 2020 feiert sein neuer Film „Beziehungen – Kein schöner Land“ in der Essener Lichtburg Premiere.

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Diana Ringelsiep

Die Journalistin, Texterin und Autorin wurde 1985 in Bochum geboren. Nach ihrem Kulturjournalismus-Studium an der Universität der Künste in Berlin fokussierte sie sich zunächst auf den Bereich Musikjournalismus, in dem sie u. a. als Herausgeberin, Reporterin und Kolumnistin tätig war. Nach einer Recherchereise, mit dem Musikmanager Felix Bundschuh, quer durch Südostasien. Erschien ihr erstes Buch „A Global Mess – Eine SubkulTour durch Südastasien“. Inzwischen lebt die freie Journalistin und Autorin in Essen.

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Humor & Depressionen?

Das Interview

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Lesezeit

Volkskrankheit Depression

Die Liste potenzieller Stimmungskiller ist lang: Ob Stress im Job, Pech in der Liebe, finanzielle Sorgen oder eine unerwartete Erkrankung – schwierige Phasen gehören zum Leben dazu. Doch was, wenn der Traurigkeit kein Lichtblick folgt und die innere Leere die Oberhand gewinnt? Allein in Deutschland leiden 5,3 Millionen Menschen an einer depressiven Störung, was jeder vierten Frau und jedem achten Mann entspricht. Dennoch bleibt die Volkskrankheit in weiten Teilen der Gesellschaft ein Tabu. Die Folge: Viele Betroffene gestehen sich ihre Erkrankung nicht ein, da sie fürchten, auf Ablehnung zu stoßen. Stattdessen machen sie gute Miene zum bösen Spiel. Eine Taktik, die von Angehörigen leider viel zu häufig dankend angenommen wird.

Traurig, müde, antrieblos

Ein Problem, dem sich der Drehbuchautor und Regisseur Alexander Waldhelm in seinem Debütfilm „Pottkinder“ angenommen hat. „Depression ist die meistverbreitete Erkrankung in Deutschland“, erklärt der Mülheimer. „Das heißt, dass zwar jeder von uns Personen kennt, die an einer Depression leiden, doch oft wissen wir es nicht, da kaum eine andere Krankheit so wenig in der Öffentlichkeit thematisiert wird.“ Der Spielfilm, der 2017 Premiere feierte, erzählt die Geschichte von Familie Klüsen. Vater Jörg steht kurz vor Rente und geht einem soliden Bürojob nach. Sohn Michael studiert Sport-Marketing, worunter sich die Nachbarn in der beschaulichen Wohnsiedlung im Ruhrgebiet nichts vorstellen können. Und Mutter Inge schmeißt den Haushalt und sorgt dafür, dass abends etwas Leckeres zu essen auf dem Tisch steht. Doch kaum sind ihre Männer aus dem Haus, überkommt sie jeden Morgen eine tiefe Traurigkeit.

 

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Angst vorm „Seelenklempner“

Inge weiß selbst nicht so recht, was mit ihr los ist, schließlich hat sie doch keinen Grund Trübsal zu blasen. Oder doch? Das Bild, das Alexander Waldhelm von der depressiven Mutter zeichnet, könnte kaum realistischer sein. Vielen Betroffenen fehlt schlichtweg die Energie, um sich mit Freunden zu treffen und das Haus zu verlassen. Bedrückt und antriebslos ziehen sie sich zurück und können sich ihr Stimmungstief oftmals nicht erklären. Phasen wie diese durchlebt natürlich jeder mal, doch hält die Niedergeschlagenheit länger als zwei Wochen an, spricht man von einer depressiven Episode und es besteht Handlungsbedarf. Leichter gesagt als getan, in einer Gesellschaft, in der um das Thema Depression die meisten einen großen Bogen machen. „Ach, das wird schon wieder“, entgegnet Vater Jörg, als sein Sohn ihn auf die andauernde Traurigkeit der Mutter anspricht. „Sie braucht doch keinen Seelenklempner!“

Vorurteile und Stigmatisierungen

Tatsächlich sind es auch im echten Leben Relativierungen und abfällige Bemerkungen wie diese, die dazu führen, dass Erkrankte sich aus Scham und Angst vor Stigmatisierung weiter zurückziehen. Um der Erkrankung im Film gerecht zu werden, holte der Filmemacher sich bereits während der Entstehung des Drehbuchs professionelle Unterstützung. „Da ich mir der Schwierigkeit des Themas bewusst war, habe ich vorab die Meinung eines Diplom-Psychologen und eines Psychotherapeuten eingeholt“, berichtet Alexander Waldhelm. „Ich habe ihnen die entsprechenden Passagen vorgelegt, um sicherzugehen, dass es sich um eine realistische Darstellung der Krankheit handelt. Das war mir sehr wichtig, da ich glaube, dass sich viele Menschen der Tragweite einer Depression nicht bewusst sind. Schließlich sind wir alle mal ‚depri‘ drauf, zum Beispiel wenn der Fußballverein verloren hat – doch das hat natürlich nichts mit der Qualität einer Depressionserkrankung zu tun.“

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Wir schaffen das!

Im Film ist es Jörgs Arbeitskollege, der ihn davon überzeugt, aktiv zu werden und Inge auf ihre depressive Verstimmung anzusprechen. Also fasst sich Jörg ein Herz. Er macht seiner Frau einen schönen Abend und nutzt die entspannte Stimmung schließlich, um das Gespräch mit ihr zu suchen. Für hoffnungslose Betroffene, die mit der Gesamtsituation überfordert sind und die Schuld bei sich suchen, kann eine simple Geste wie diese ein wichtiges Signal sein. Denn viele glauben, dass ihnen sowieso nicht geholfen werden kann und sie allein mit der anhaltenden Erschöpfung und den daraus resultierenden Schuldgefühlen fertig werden müssen. Daher ist es wichtig, nahestehenden Betroffenen zu signalisieren, dass man ihnen zur Seite steht. Besonders in Hinblick auf den Gang zum Arzt ist die Unterstützung von Angehörigen sehr wichtig, denn den Erkrankten selbst fehlt oft die Kraft dazu, sich aufzuraffen und professionelle Hilfe zu suchen.

Professionelle Hilfe

Dass eine Depression nicht nur für die Erkrankten selbst, sondern auch für das enge Umfeld zu einer Belastung werden kann, wird in „Pottkinder“ vor allem an Inges Mann Jörg deutlich. „Er arbeitet seit seiner Lehre in derselben Firma, er hat seine Frau und seinen Sohn und ist rundum zufrieden“, fasst der Regisseur Alexander Waldhelm zusammen. „Deshalb ist der Gedanke für ihn total abwegig, dauernd schlechte Laune zu haben. Viele Menschen verstehen nicht, dass es sich bei einer Depression um eine Erkrankung handelt, die behandelt werden muss und ganz wichtig: die auch behandelt werden kann! Wenn wir Zahnschmerzen haben, gehen wir zum Zahnarzt und wenn uns das Knie wehtut, suchen wir einen Orthopäden auf – genauso selbstverständlich sollte es sein, bei psychischen Problemen einen Psychologen oder Psychotherapeuten aufzusuchen.

Neugierig geworden? Hier kannst du dir selbst ein Bild von Familie Klüsen machen:

MEHR VIDEOS ZUM THEMA:

Humor & Depressionen

Mit Pottkinder ein Tabu gebrochen –  Magazinbeitrag (03:30 Min)

Filme & Depressionen

Ausschnitte aus dem Interview mit Alexander Waldhelm (13:23 Min)

Das komplette Interview  mit Alexander Waldhelm findest du auf unserem YouTube Kanal:

Alltag & Depressionen

Wir haben bei euch nachgefragt:

Tipps für dich

mehr Betroffene als du denkst

Auch ohne eine globale Pandemie

Seelische Gesundheit ist Riesenthema und in diesem Jahr vielleicht noch einmal stärker in den Fokus gerückt. Aber wenn du ehrlich zu dir selbst bist, dann weißt du, dass es kein social distancing, eine Pandemie oder ein seltsames Jahr 2020 braucht damit es jemanden schlecht geht.

Wenn die Seele in Not ist

Die Zahl der psychischen Erkrankungen steigen seit Jahren weiter an. Mach dir bewusst, dass hier gut 1/3 unserer Mitmenschen psychisch erkrankt sind. Wie hoch ist also die Wahrscheinlichkeit, dass du jemanden in deinem Umfeld hast, dessen Seele leidet? Verdammt hoch, oder?

 

%

Psychische Erkrankungen gesamt

ES GIBT KEINE PATENTLÖSUNG

Aber Möglichkeiten füreinander da zu sein:
Keine Appelle

“Nimm’ dich mal zusammen”. Dies ist ein Satz, den du unbedingt vermeiden solltest! Ein depressiver Mensch hat sich das nicht ausgesucht und er tut dies auch nicht um dich zu ärgern.

Die Verharmlosung der Krankheit, oder dem Betroffenen Schuldgefühle zu vermitteln, ist absolut kontraproduktiv.

Zuhören

In der heutigen Zeit vielleicht eine der größten Herausforderungen. Geduld haben und richtig zuhören. Nur so kannst du die Situation und den Hilfebedarf (auch durch Dritte) einschätzen.

Gute Ratschläge helfen hier nicht weiter.

Offenheit

Offene und ohne Vorwürfe über Gefühle zu sprechen, das ist nicht immer einfach. Es ist aber das Beste, was du tun kannst.

Ermutige den Betroffenen sich dir zu öffnen, in dem du damit anfängst.

Hoffnung

Die Hoffnung zu verlieren, ist mit das Schlimmste. Du kannst über eine positive Zukunft und die Aussicht auf Genesung sprechen. Sei der Hoffnungsspender für den Betroffenen.

Routine

Klingt im ersten Moment vielleicht komisch, aber einem depressiven Menschen können schon die kleinen alltäglichen Dinge schwerfallen. Hilf dem Betroffenen mit klaren Routinen und strukturiere so den Tag mit ihm.

Dazu gehört auch eine regelmäßige Medikamenteneinnahme oder die Einhaltung von Arzt- und Therapieterminen.

Alarmglocken

Die müssen läuten, wenn du das Gefühl hast, dass der Betroffene Suizidgedanken hegt. Hier können selbst kleine Andeutungen ein Hinweis sein, den du unbedingt ernst nehmen solltest. Wichtig ist auch hier offen und verständnisvoll zu sein und das Gespräch nicht abbrechen zu lassen. Du kannst niemanden diesen Gedanken einfach ausreden, aber  du kannst über Alternativen sprechen.

In einer solchen Situation ist es außerdem ratsam den behandelnden Arzt darüber zu informieren. Der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe ist hier ebenfalls sinnvoll.

Achte auch auf dich

Wenn du einen Menschen in deinem Leben hast, der unter einer Depression leidet, dann bist auch du davon betroffen. Versuche offen und vorurteilsfrei  an das Thema heranzugehen ind informiere dich über das Krankheitsbild.

Ganz wichtig: überschätze deine eigenen Kräfte nicht! Selbsthilfegruppen sind auch eine große Hilfe für Angehörige. Hole auch du dir Hilfe und Unterstützung, wenn du merkst, dass dich die Situtation überfordert. 

 

Seele in Not

Unser Blog für dich

Deine Seele kennt viele Facetten und hält dich im Gleichgewicht. Es gibt aber auch viele Gründe, warum die Belastungen für sie immer größer werden. Plötzlich türmt sich ein Berg vor dir auf und deine Seele leidet. Einige dieser Berge haben wir für dich in unserem Blog erklommen:    

Plötzlich Risokopatient!

Die Welt steht Kopf und du gleich mit! Was eben noch normal war ist plötzlich anders und als wenn deine Erkrankung nicht schon schwer genug wäre, erklärt man dich im Jahr der Pandemie auch noch zum Risikopatienten.  Das macht etwas mit dir…

“Systeme” überlastet!

Du bist kein Roboter, der unendliche Energien ziehen kann, bis ihm die Sicherung durchbrennen. Höher, schneller, weiter, das scheint das Motto unserer Zeit zu sein. Aber ist es deswegen richtig? Richtig und wichtig ist, dass du auf deinen Kopf und deinen Körper hörst, damit sie dir nicht die gelbe Karte zeigen.

Tabuthema Einsamkeit

Frei, unabhängig, ungebunden, ständig auf Achse – klingt cool. Aber fühlst du dich auch so? Oder verbirgst du auch eine Einsamkeit, die man nur zu gerne den “alten Leuten” zuschreibt.  Einsamkeit ist keine Frage des Alters und das zu erkennen, kann der erste Schritt aus der Isolation sein.

Sexualität, das große Schweigen

Ganz ehrlich? Die Flaute im Schlafzimmer; die Tatsache, dass man schwul ist; Diskriminierung. Keine Themen die man zwischen Tür und Angel bespricht. Wie alle Themen rund um Sexualität und da ist es egal ob man Hetero oder Homo ist. Aber eins ist klar: Schweigen löst dein Problem nicht.

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Wichtige Informationen und Hilfsangebote

Aktionsbündnis Seelische Gesundheit

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit setzt sich für die Förderung der seelischen Gesundheit und die Aufklärung über psychische Erkrankungen in der Bevölkerung ein mit dem Ziel eines vorurteilsfreien und gleichberechtigten Umgangs mit Menschen mit psychischen Erkrankungen.

https://www.seelischegesundheit.net/aktuelles

Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Auf der Website der Deutschen Depressionshilfe findest du neben einem Selbsttest umfangreiche Informationen rund um das Thema Depression sowie zahlreiche regionale Anlaufstellen und ein Info-Telefon.
https://www.deutsche-depressionshilfe.de

iFightDepression

Die Informationswebsite klärt über Depressionserkrankungen und ihre Folgen auf. Das Angebot richtet sich an Betroffene, Angehörige, Multiplikatoren wie Journalisten und Lehrer sowie Ärzte und Apotheker. Zudem werden die Informationen auch auf Arabisch zur Verfügung gestellt.
https://ifightdepression.com/de

Stiftung Gesundheitswissen

Im Interview spricht Dr. Iris Hauth – Chefärztin einer Berliner Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik – über die Rolle von Angehörigen und die Auswirkungen, die eine depressive Erkrankung auf andere haben kann.
https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/gesundes-leben/psyche-wohlbefinden/depression-was-koennen-angehoerige-tun-und-wie-koennen-sie-sich

Bundesministerium für Gesundheit

Das Gesundheitsministerium stellt Zahlen und Fakten rund um depressive Erkrankungen zur Verfügung und hilft, die Volkskrankheit besser zu verstehen.
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/depression.html

Dies ist ein Service der Novitas BKK – Die fürsorgliche Krankenkasse.