Tätowierer und Vater

Wenn Junior einen Termin bei dir hat

Matthias ist eingefleischter Tätowierer. Mit mittlerweile 20 Jahren in der Branche, hat er es bis jetzt schon mit jedem Typ Mensch zu tun gehabt. Wer heute auf seinem Tätowier-Stuhl sitzt, erstaunt ihn dann aber trotzdem. „Hallo Papa.“

Vater Tätowierer - Sohn Kunde

Wie entscheidet man sich da?

Matthias Sohn will ein Tattoo. „Du weißt, dass ich dich erst tätowiere, wenn du 18 bist.“, meint Matthias. Dabei weiß sein 16-jähriger Sohn, dass sein Vater bereits im gleichen Alter die ersten Tattoos hatte. Gerade er sollte doch nichts gegen Körperkunst einzuwenden haben. Matthias ist sich aber unsicher. Soll er seinen Kind davon abraten, oder ist sein Sohn auch einfach nur “ein Kunde, wie jeder andere“?

Was sagt das Gesetz?

Anhand des Strafgesetzes ist die reine Tätigkeit des Tätowierens eine Körperverletzung, welche aber durch vorherige Zustimmung des Kunden nichtig wird. Generell schreibt das Gesetz keine Altersgrenze für Tattoos vor. Es heißt allerdings, dass der Jugendliche die nötige geistige Reife besitzen muss, um die Folgen seiner Handlungen zu verstehen. Doch wie soll das der Tattookünstler beurteilen? Eine schriftliche Einwilligung der Eltern bietet zwar Schutz vor Ärger mit diesen, aber ist bei einem möglichen Rechtsstreit ebenfalls keine handfeste Grundlage, um die geistige Reife zu bestätigen. Auch der Verein Deutsche Organisierte Tätowierer lehnt das Tätowieren Minderjähriger ab.

Was sagt das Gesetz?

Anhand des Strafgesetzes ist die reine Tätigkeit des Tätowierens eine Körperverletzung, welche aber durch vorherige Zustimmung des Kunden nichtig wird. Generell schreibt das Gesetz keine Altersgrenze für Tattoos vor. Es heißt allerdings, dass der Jugendliche die nötige geistige Reife besitzen muss, um die Folgen seiner Handlungen zu verstehen. Doch wie soll das der Tattookünstler beurteilen? Eine schriftliche Einwilligung der Eltern bietet zwar Schutz vor Ärger mit diesen, aber ist bei einem möglichen Rechtsstreit ebenfalls keine handfeste Grundlage, um die geistige Reife zu bestätigen. Auch der Verein Deutsche Organisierte Tätowierer lehnt das Tätowieren Minderjähriger ab.

Bei Minderjährigen entscheiden die Eltern

Matthias muss die Situation also beurteilen. Er traut seinen Sohn zu, Entscheidungen zu treffen. Allerdings glaubt Matthias nicht, dass der Teenager alle Alternativen kennt, die ihm zur Verfügung stehen.

Gesunde Tattoo-Alternativen

Für Kinder und Jugendliche geeignet

Der Tätowierer Matthias hat einen Vorschlag für seinen Sohn: „Was hältst du davon?“. Er zeigt dem 16-Jährigen ein Foto von einem scheinbar tätowierten Jungen. „Das sieht gut aus“, meint er

Die auf dem Foto verwendete Technik ist Airbrush für die Haut, womit auch feine Schattierungen möglich sind, wodurch die „Tattoos“ besonders echt wirken. Neben dieser Technik gibt es auch noch weitere Alternativen, um seinen Kindern, zumindest zum Teil, den Tattoowunsch zu erfüllen.

Mit Henna-Farbe lassen sich genauso wie mit Gelbrush-Stiften oder Tattoo-Stones schöne Motive auf die Haut der Minderjährigen bringen, ohne dass diese für immer dableiben müssen. „Probiere eine dieser Möglichkeiten erstmal aus. Wenn es dir gefällt, reden wir nochmal über ein echtes Tattoo.“

Ein Kompromiss, mit dem beide einverstanden sind. Matthias ist sich aber sicher, dass sein Sohn früher oder später trotzdem aus seinem Tätowier-Stuhl sitzt.

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