VIBRIONEN – BAKTERIEN GEFAHR IN NORD- UND OSTSEE.

Gesundheitsalarm:  Vibrionen Bakterien in deutschen Badegewässern.

Wie gefährlich sind Vibrionen? Wann treten sie auf und welche Erkrankungssymptome lösen sie aus?

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Bakterien-Gefahr in deutschen Badegewässern

Was genau sind Vibrionen?

Sommerzeit ist Vibrio-Zeit

Sommer, Sonne, Strand und Meer: Ein Glück, dass es für den perfekten Sommerurlaub nicht immer in die weite Ferne gehen muss. Und aufgrund der coronabedingten Reisewarnungen zieht es Urlauber in diesem Jahr besonders an die deutsche Küste.

Doch auch hierzulande kann ein Bad im Meer gefährlich werden. Der Grund dafür sind Bakterien der Gattung Vibrio, die weltweit in Süß- und Salzwasser zu finden sind. Da sich die sogenannten Vibrionen bei einem geringen Salzgehalt und Temperaturen von über 20 Grad besonders stark vermehren, ist vor allem die Ostsee betroffen. Doch auch in der Nordsee, an Flussmündungen und in Binnengewässern konnten die Bakterien nachgewiesen werden. In der Vergangenheit wurde immer wieder von schweren Infektionen berichtet, die sogar zum Tod führten und auch für diesen Sommer sprach das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock eine Warnung aus.

Vorwiegend in salzarmen Gewässern nachgewiesen

Vibrionen zählen zu derselben Erregerfamilie wie der Auslöser der Cholera (Vibrio cholerae), weshalb sie fälschlicherweise oft als Anzeichen für fäkale Verunreinigung wahrgenommen werden. Das ist jedoch nicht der Fall. Die Bakterien kommen weltweit vor und vermehren sich vor allem in flachen, warmen und strömungsarmen Gewässern mit niedrigem Salzgehalt, weshalb die Ostsee ideale Bedingungen dafür bietet. Auch in Skandinavien, Polen und den Niederlanden hat es bereits Infektionen gegeben. Im Mittelmeerraum und an der Atlantikküste kommen die Erreger hingegen seltener vor, was vor allem auf den hohen Salzgehalt des Wassers von über 3 Prozent zurückzuführen ist.

Infektion über zwei Wege

Über Wunden und Ernährung

Mit Antibiotika behandeln 

Grundsätzlich wird bei einer Erkrankung zwischen einer Wundinfektion durch erregerhaltiges Meerwasser und einer gastroenteritischen Infektion durch den Verzehr unzureichend gegarter Meeresfrüchte (z. B. Austern) unterschieden. Während immunstarke junge Erwachsene nur sehr selten an einer Vibriose erkranken und gesunde Kinder allenfalls eine Ohrinfektion davontragen, sollten vor allem Senioren und vorerkrankte Personen achtsam sein.

Zur Risikogruppe zählen insbesondere Menschen, die an einer Immunschwäche leiden. Für ältere und chronisch kranke Badegäste ist der Erreger besonders gefährlich, doch bei einer frühzeitigen Gabe von Antibiotika ist die Infektion selbst bei Risikopatienten noch gut in den Griff zu bekommen. Bleibt sie hingegen unerkannt, kann die Erkrankung schnell einen dramatischen Verlauf nehmen.

Grundsätzlich ist die Wasserqualität an der deutschen Nord- und Ostseeküste jedoch sehr gut, weshalb erst ab einer Wassertemperatur von 20 Grad zur Vorsicht geraten wird.

Schnell handeln bei ersten Symptomen

Wund- oder Magen-Darm- Infektion

Wann du zum Arzt gehen solltest

Die ersten Symptome lassen in der Regel nicht lange auf sich warten. Und dabei gilt: Je früher du zum Arzt gehst umso besser!

Im Falle einer Wundinfektion:

  • schon nach wenigen Stunden Schmerzen, die im Verhältnis zur sichtbaren Verletzung unverhältnismäßig stark erscheinen.
  • Nachweis der Vibrio-Erreger durch einen Wundabstrich und eine Blutentnahme. 
  • ohne die rechtzeitige Antibiotikum Behandlung, kann es in schnell zu einer Sepsis kommen, die sich durch Fieber und Schüttelfrost bemerkbar macht.
  • Nisten die Erreger sich dabei in einer schlecht durchbluteten Körperregion ein, kann dies sogar eine Amputation zur Folge haben und schlimmstenfalls tödlich enden.

Im Falle einer gastroenteritischen Infektion:

  • über den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln kommt es nach rund 16 Stunden zu starken Bauchschmerzen und schweren Brechdurchfällen 
  • Unbehandelt kann es kurze Zeit später zu einer Blutvergiftung kommen, die im schlimmsten Fall einen septischen Schock und Multiorganversagen zur Folge hat.

Eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika ist daher in beiden Fällen unerlässlich.

Vor und während deines Urlaubs

So schützt du dich vor Vibrionen

 

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  • Erkundige dich täglich vor Ort über die Wassertemperatur
  • Sei ab 20 Grad besonders vorsichtig – insbesondere wenn du zur Risikogruppe gehörst oder eine (kleine) Verletzung hast.
  • Suche deinen Körper vor dem Baden nach offenen und nicht verheilten Wunden ab. Selbst kleinste Schürfwunden, Hühneraugen oder Blasen an den Füßen sollten in den betroffenen Regionen nicht mit Meerwasser in Berührung kommen.
  • Gehe mit entsprechenden Symptomen umgehend zum Arzt und weise diesen auf deine Vermutung hin. Vor allem, wenn du aufgrund deines Alters oder einer Vorerkrankung wie Diabetes, Krebs, Hepatitis, Leberzirrhose, AIDS oder einem Herzleiden zur Gruppe der immungeschwächten Personen zählst.
  • Trage Badeschuhe, um Verletzungen an Scherben oder Muscheln zu vermeiden. Sollte es dir dennoch passieren, wasche die Wunde umgehend mit Leitungswasser aus und desinfiziere sie. Behalte die Verletzung anschließend im Auge und suche beim ersten Anzeichen einer Entzündung einen Arzt auf.
  • Lass Fisch und Meeresfrüchte vor dem Verzehr gut durchgaren.
  • Und zu guter Letzt: Vergiss nicht, dass eine Vibrio-Infektion äußerst selten auftritt und lasse dir bei aller Vorsicht den Urlaub nicht verderben.

 

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Nord- und Ostsee & Europa:

Aktuelle Information zur Wasserqualität

Das Baden in der Nord- und Ostsee muss nicht grundsätzlich vermieden werden.

Dennoch ist es ratsam, dass du dich vor und während deines Aufenthaltes regelmäßig auf der Website des jeweiligen Bundeslandes über die aktuelle Wasserqualität über Vibrionen zu informieren.

Mecklenburg-Vorpommern

Informiere dich hier über die aktuelle Wasserqualität der Badegewässer in Mecklenburg-Vorpommern.

 

Niedersachsen

Informiere dich hier über die aktuelle Wasserqualität der Badegewässer in Niedersachsen.

Schleswig-Holstein

Informiere dich hier über die aktuelle Wasserqualität der Badegewässer in Schleswig-Holstein.

Robert Koch-Institut

Auf der Website des Robert Koch Instituts gibt es eine Reihe von Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Thema Vibrionen.  

 

Aktuelle Lage an der Ostsee

In diesem Infoblatt hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales die wichtigsten Fakten zu dem Krankheitserreger in der Ostsee zusammengefasst.

Du hast Fragen zu weiteren Krankheitswellen?

Dir machen Dinge, die du dazu gelesen hast, Sorgen? Wir verstehen, deine Verunsicherung. Darum gibt es den Gesundheitsalarm. Er ist verlässliche Erstanlaufstelle und weist den Weg zu den vertrauenswürdigen Informationsquellen.

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